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„Vertraut den neuen Wegen“

Waldgottesdienst anlässlich der „7. Sächsischen Wandertage“

Die Waldmäuse, die Ameisen und die vielen fliegenden Insekten haben nicht schlecht gestaunt, als am Sonntag, dem 7. Juni, unter den Felsen des Hohensteins der Posaunenchor unserer Gemeinde unter der Leitung von Kantorin Erdmute Trepte fröhliche Lieder schmetterte und die etwa 70 Zuhörer kräftig mitsangen.
Wenn schon so ein Fest in Coswig gefeiert wird, darf unsere Gemeinde natürlich nicht fehlen. Das wurde bereits im Vorfeld beschlossen. Und so war an dem besagten Sonntag die Gemeinde unterwegs auf Schusters Rappen und zugleich in Pfarrer Schusters Spuren. Der braune Teppich von Blättern aus dem Vorjahr bot ein weiches Polster zum Sitzen, wenn auch etwas angefeuchtet vom lang ersehnten Regenguss, der gegen Morgen die Erde erfrischt hatte. „Ich habe die Möglichkeit, den Talar wieder zu trocknen“, verkündete Pfarrer Ullrich Schuster. Die Tropfen, die dann fielen zum Gesang „…sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet…“ waren zum Glück spärlich und klein. Größer und gewaltiger mutete das frohe Gezwitscher der Vögel an, das manchmal sogar die Posaunenklänge übertönte. Über die Wege durch unser Leben, die wir einsam oder auch gemeinsam mit Anderen gehen, sprach der Pfarrer. Unser Leben hat ein Ziel, auf das wir getrost zuwandern dürfen.

An diesem Wochenende waren es eher die gemeinsamen Wege. Zum Einen die Gemeinde, die mobilisiert worden war, mit Kinderwagen, Fahrrädern oder zu Fuß zum Ort des Gottesdienstes zu wandern. Zum Anderen: Am Tag vorher, dem glutheißen Sonnabend waren weit über tausend Wanderer auf Achse, um auf über 20 verschiedenen Touren unserer schöne Gegend kennenzulernen. Zwei der Strecken führten den Sächsischen Jakobsweg entlang, angeführt von Hanna bzw. Matthias Hartig. Diese beiden Touren fanden ihren Abschluss jeweils in der Alten Kirche, die nach der anstrengenden Wanderung in der Hitze angenehm erfrischend anmutete. So kam es, dass zweimal eine Gruppe von etwa 40 Gästen unter dem ausschreitenden Jakobus saß, der als Deckengemälde an exponierter Stelle direkt über dem Christus zu sehen ist. Natürlich gab es auch für alle einen Pilgerstempel mit dem Jakobus-Abbild zur Erinnerung an die gemeinsame Tour.

Wer sich bereits am Freitagabend auf den Weg zur Alten Kirche begeben hatte, wurde durch exklusive Klänge belohnt. Der ehemalige Coswiger Till Malte Mossner bot mit seinen beiden Gesangspartnerinnen Lieder und Gesänge aus der Renaissance-Zeit. Es handelte sich um Musik aus verschiedenen Gegenden, durch die Jakobspilger auch heute noch ziehen, um eines Tages nach Santiago de Compostela in Spanien zu gelangen.
Ein lohnendes Wochenende für eine mobile Gemeinde – Es wird den Beteiligten noch lang in Erinnerung bleiben.
 

Hanna Hartig